Politcamp2011 „Geht raus und redet mit den Leuten“

Politcamp 2011 (Lizenz: cc Martin Köster Photography)

 

Am 4. und 5. Juni 2011 fand das 3. Politcamp in Bonn statt. Mehrere hundert PolitikerInnen aus Deutschland haben abwechselnd im alten Plenarsaal des Bundestages und anschließend in den Räumlichkeiten der deutschen Welle getagt um sich über aktuelle netzpolitische Themen auszutauschen.

Wie bei einem Barcamp üblich ging es nicht darum konkrete Ergebnisse zu erzielen. Es ging vielmehr darum sich mit konkreten Themen auseinander zu setzen um die verschiedenen Standpunkte auszutauschen und weiter zu entwickeln. Der Grundidee eines Barcamps zufolge soll die kollektive Intelligenz der Teilnehmer(auch Schwarmintelligenz genannt) dazu führen, dass am Ende alle ein bisschen klüger wieder nach Hause fahren.

Doch hier war der eigentliche Knackpunkt des Politcamps. Im Grunde waren sich alle einig. Selbst bei eher kontroversen Diskussionen, wie Netzsperren oder beim Jugendmedienstaatsvertrag hatten sich alle eher lieb. Dies mag durchaus daran liegen, dass die meisten Anwesenden bereits auf mehreren Barcamps zur Netzpolitik waren. Die dort langfristig dann doch herausgearbeiteten Ergebnisse scheinen mittlerweile einen großen Konsens innerhalb der Netzgemeinde gefunden zu haben.

Die Konklusion des Politcamps 2011 lässt sich deshalb relativ gut in einem „geht raus und redet drüber“ zusammen fassen. Selbst die anwesenden Mitglieder der CDU konnten den Konsens innerhalb der Teilnehmer des Politcamps durchaus teilen. Problematischer waren jedoch die Aussagen bei denen behauptet wurde, dass es schwierig sei die Kolleginnen und Kollegen aus den Parteien zu überzeugen. Dies scheint insbesondere in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ ein Problem zu sein. Die Komission selbst ist sich in vielen Punkten durchaus einig. Jedoch wird die Kommission keinerlei Ergebnisse bringen, wenn die restlichen Politiker sich nicht von den Meinungen der Kommissionsmitglieder überzeugen lassen werden.

Dies sollte natürlich nicht bedeuten, dass das Politcamp zukünftig überflüssig sein wird. In einer sehr interessanten Session ist man zu der Ansicht gekommen, dass es sinnvoll wäre eine Art Politcamp auf europäischer Ebene einzurichten. Aufgrund von logistischen Schwierigkeiten wird es sowas mittelfristig sicherlich nicht geben. Klar ist jedoch, dass es durchaus noch Themen gibt, die diskutiert werden müssen. Insbesondere die europäische Ebene darf in diesem Punkt nicht vergessen werden.

von Johannes am mit Einem Kommentar

One Response to “Politcamp2011 „Geht raus und redet mit den Leuten“”

  1. Institut für Kommunikation in sozialen Medien » politcamp 2011: Linkschau
    14:24 am 10. Juni 2011

    […] Politcamp2011 “Geht raus und redet mit den Leuten” – Johannes Rehborn/ politikblog.org Am 4. und 5. Juni 2011 fand das 3. Politcamp in Bonn statt. Mehrere hundert PolitikerInnen aus Deutschland haben abwechselnd im alten Plenarsaal des Bundestages und anschließend in den Räumlichkeiten der deutschen Welle getagt um sich über aktuelle netzpolitische Themen auszutauschen. […]