Nukleartechnik: Geschichte eines deutschen Exportschlagers

Abschalten! Was Peter Lustig schon vor Jahrzehnten für TV-Geräte empfahl, wird 2022 atomare Wirklichkeit. Deutschland schafft seine Atomkraftwerke ab. Ja zum “totalen” Atom-Ausstieg.
So ist es angedacht.
Nun könnte man eigentlich meinen dies gäbe Anlass zum Feiern für die deutsche Anti-Atom-Bewegung. Doch was bleibt ist ein schaler Sieg, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung weiterhin “Nukleartechnik made in Germany” als Exportschlager vermarktet. Aber nicht nur deutsche Firmen verdienen weiterhin an der Nukleartechnik, auch deutsche Finanziers und Banken pumpen munter viele Euros in neue ausländische AKW-Projekte.
Wenn also 2022 die hiesigen AKW abgeschaltet werden ist ein deutscher Ausstieg aus der Atomkraft noch lange nicht vollzogen.

Ausführlicheres um Thema bietet die aktuelle Doku Stresstest Atomkraft aus der Reihe ZDFzoom und ist – sehr wahrscheinlich nur noch kurzfristig – in der Mediathek des Senders zu sehen.

von Denise am mit 4 Kommentaren

4 Responses to “Nukleartechnik: Geschichte eines deutschen Exportschlagers”

  1. Jan
    15:56 am 5. Juni 2011

    Die Doku, die auch noch weitere wichtige Aspekte zum Thema Atomkraft beinhaltet, ist wirklich sehr sehenswert. Bei der Gelegenheit, auch die nächste Zoom-Sendung sollte man nicht verpassen (Toxic City – Deutscher Giftschrott für Ghana): http://zoom.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,8235273_idDispatch:10650153,00.html

    off topic: Glückwunsch zum ersten Beitrag auf politikblog.org! ;-)

  2. Soenke
    03:44 am 17. Juni 2011

    Löblich das nach nur 41 Jahren, auch in den Politikerköpfen der konservativen Parteien angekommen ist das die Atomkraft gewisse Restrisiken birgt und diese so dann und wann auch mal eintretten …

    Zu Stresstest, ins besondere Flugzeugabstürzen …

    Vor ca. 40Jahren wurde der letzte „modernste Reaktor“ in Deutschland konstruiert, da dachte niemand daran das jemals ein Flugzeug in einen Reaktor stürzen, geschweige den Absichtlich hinein gesteuert werden würde, also war ein solcher Punkt auch “ nicht im Pflichtenheft des Auftrags … “

    Meiner Meinung nach eine Verschwendung von Geldern …
    Wer die Ereignisse in Fukushima mit offene Augen verfolgt hat, hat sicherlich bemerkt das vorder gründig nicht der Reaktor die Schwachstelle war, sondern die Periferie (die Not/Stromversorgung und Kühlung etc.)

    Was soll also solch eine Augenwischerei und Verschwendung von Mitteln für eine Untersuchung bei der das Ergebnis vorher klar war.

    Wie ist das mit der Entsorgung Atommüll ist kein Reinstoff also Plutonium, Uran, etc sonder ein komplexes Gemisch von vielen verschiedene Stoffen mit ebenso unterschiedlichen halbwertszeiten (Halbwertszeit bedeutet das nach ablauf dieser Zeit “ nur noch “ die Hälfte der Strahlung von diesem Stoff ausgeht, und erst nach 7-9 Halbwertszeiten die Strahlung eine Intensität erreicht hat die als unkritisch eingestuft wird …

    Selen 79 hat z.B. eine Halbwertszeit von 327.000Jahren ist also erst nach ca.2,3 bis 3 Millionenjahren als unkritisch ein zustufen …

    Der Mensch entstand vor ca.200.000 Jahren in Afrika …
    Wieviele Generatione sind das?

    Wieviele nachfolgenden Generatione,(eure/unsere Kinder,Enkel,Urenkel, etc. müssen mit dem Atommüll leben … ? !
    Mit Umweltfreundlicnen Grüßen

  3. karl heinz D.
    22:32 am 23. Juni 2011

    Toll zumindest ein bisschen Physik. Eine Seltenheit unter den Romantikern.

    Zur Frage:
    Wieviele Generationen ? Ich denke wahrscheinlich 5-20 …
    Zehn man das Zeug nicht vergräbt sondern nutzt !
    Siehe Wiederaufbereitung, Transmutation und mit Phantasie vielleicht eine Art sanfter Brüter.

    Das Risiko der falschen Prioritätensetzung ist größer als das eines zweiten Japanunfalls.

    Die realen Opfer des Erdbebens sind hier längst durch ängstlich gedachte Opfer verdrängt.

  4. Jan
    07:07 am 24. Juni 2011

    Auch durch doppeltes Kommentieren ist und bleibt die Transmutation ein schöner – zuweilen auch „romantischer“ – Traum, der nur wenig mit der gegenwärtigen Realität gemein hat.