Libyen: Flugverbotszone als Einstieg in den Krieg?

Im gestrigen Heute-Journal gab es ein bemerkenswertes Interview mit dem grünen Europa-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit:


Quelle: YouTube, User: zdf

Dass ein Politiker in einem Interview emotional reagiert, ist im Zeitalter der Pofallas und Kauders erfrischend. Hier könnte man Cohn-Bendit sogar Mut attestieren, den er aber schon in seiner ersten Antwort vermissen lässt. Eine Flugverbotszone aus militärischen Gründen für Libyen kann man nicht im Vorbeigehen aussprechen. Sie müsste mit Gewalt durchgesetzt werden und die Übersetzung lautet: Krieg! US-Verteidigungsminister Robert Gates findet klarere Worte: „Ein militärischer Angriff auf Libyen, um die Luftabwehr zu zerstören“ sei Voraussetzung.
Mutlos bleibt Cohn-Bendit im weiteren Verlauf des Interviews mit seiner Ablehnung, über ähnliche Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern zu sprechen. Länder, die strategisch und ökonomisch aus der Sicht des Westens eine bescheidenere oder gar keine Rolle spielen. Genau über diese Ereignisse müssen die Befürworter von Kriegseinsätzen im Falle Libyens aber sprechen, solange sie vorgeben, mit ihrer Haltung moralische Absichten zu verfolgen. Hier versagt der grüne Ober-Realo, während seine Partei offenbar eine grundlegend andere Haltung bevorzugt.

von Jan am mit Einem Kommentar

One Response to “Libyen: Flugverbotszone als Einstieg in den Krieg?”

  1. neparo
    13:40 am 20. März 2011