Ich trete aus der Partei aus, weil…

  • …sich die politische Grundausrichtung meiner Partei fundamental gewandelt hat.
  • …sie eine Haltung vertritt, die sich gegen meine persönlichen Interessen richtet.
  • …sich meine politische Grundausrichtung verändert hat.
  • …ich feststelle, dass ich in einer anderen Partei besser gehoben wäre.
  • …ich mir den Mitgliedsbeitrag nicht mehr leisten kann.

Das sind fünf Gründe, um eine Partei zu verlassen. Es gibt bestimmt weitere und jeder darf auch gerne einen hinzufügen. Es gibt jedoch einen Grund, eine Partei ausdrücklich nicht zu verlassen: Wenn ein Rassist Mitglied bleiben darf. Selbstverständlich ist es für echte Sozialdemokraten eine Zumutung, einen Rassisten als „Genosse“ betrachten zu müssen. Dass der erste Gedanke aus dem Bauch heraus lautet „ich muss hier raus“ ist emotional nachvollziehbar, aber der zweite oder dritte Gedanke ist – wie so oft im Leben – der klügere und der muss lautet: Jetzt bleibe ich erst recht SPD-Mitglied, weil ich diese Partei nicht geistigen Brandstiftern überlassen werde und den Entscheidungsträgern, die dafür sorgen, dass der Rassist in der Partei bleiben darf, einen Denkzettel verpassen möchte. Treten die Guten aus, triumphiert am Ende nur einer: Der Rassist.

von Jan am mit 4 Kommentaren

4 Responses to “Ich trete aus der Partei aus, weil…”

  1. Johannes
    17:23 am 28. April 2011

    Hallo Jan,

    ich gebe zu, dass ich das anders sehe. Ich persönlich möchte mit einer Partei, die derartige Leute in ihren Reihen toleriert nichts mehr zu tun haben.
    Wenn das PAV negativ ausgegangen wär… okay. Aber wenn meine Führung einen Deal mit einem Rassisten schließt ist das der Momentan an dem ich sage: Bis hierhin und nicht weiter. Da kann ich meine Energie doch besser in andere Projekte stecken. Zum Beispiel eine Partei weiter unterstützen, die derartige Probleme nicht hat.

    Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung. Am Ende muss das jeder für sich selbst entscheiden.

    Grüße
    Johannes

  2. Jan
    11:23 am 29. April 2011

    @Johannes, wenn man es aber mal rein quantitativ betrachtet, gibt es in dieser Partei einen Rassisten und einen wenigstens partiell unfähigen Vorstand sowie auf der anderen Seite rund 500.000 Mitglieder. Ich glaube, dass dem Rassisten ein zu hohes Gewicht verliehen wird, auf das sich übrigens seine Eigen-PR stützt.
    Natürlich kann jeder persönlich entscheiden, dass er austreten will, ich würde es aber für die bessere Alternative halten, drin zu bleiben, um innerhalb der Partei für meine Positionen zu kämpfen.

  3. Stefan Wehmeier
    03:31 am 16. Mai 2011

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Arthur C. Clarke

    Ob Politiker oder Theologen die dümmsten Menschen der Welt sind, ist eine müßige Frage. Sicher ist, dass für beide Berufsgruppen nur solange eine Nachfrage besteht, wie das arbeitende Volk daran glaubt, die Vertreibung aus dem Paradies müsse ein einmaliges Ereignis vor langer Zeit gewesen sein. Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

  4. Niclas
    17:03 am 13. Dezember 2011

    ich will dann auch mal meinen senf dazu geben,auch wenn der beitrag schon was älter ist
    doch finde ich grade aus dem hintergrund heraus was grade in zwickau ans tageslicht kommt ist es wichtig sich nochmal gedanken darüber zu machen

    erstmal muss man die lage der partei sehen:
    in der wahl klar verloren (keine regierungsbeteiligung und auch die erhaltenen sitze lagen weit unter den erwartungen ) brauchte sie aufmerksammkeit um aus diesem tief hervorzukommen
    das sich dieses „buch“ (was ich davon halte spielt keine rolle in dem fall aber ich möchte deutlich machen das ich diesen schwachsinn nicht unterstütze und mich auch an aktionen dagegen beteilige) so gut verkauft ist ein armutszeugniss für unsere gesellschaft
    was aber noch viel schlimmer ist ist die tatsache das jetzt schon sozialdemokraten damit anfangen sich auf ein solches niveau herabzulassen,nur um ein bisschen aufmerksammkeit zu bekommen

    wie soll ein bürger denn dann die äusserungen verstehen,die sich gegen rechts richten ?
    manchmal ist es die politk auch echt selber schuld wenn sie ihre glaubwürdigkeit verliert

    aber es kommt ja noch besser
    nach dem durchaus spektakulären auffliegen der zwickauer terrorzelle versucht der verfassungsschutz noch immer seine wunden zu lecken und sich möglichst elegant aus der affäre zu ziehen
    die meissten parteien beteuern in der zeit ihr mittgefühl und ihr unverständniss,es wird eine arbeitskommission gebildet die bis mitte 2012 zeit hat ein NPD-verbot durchzubringen und auch ansonsten regt sich erneut wiederstand in der bevölkerung gegen nazis.

    doch wie kann man so einen (erwünschenswerten) zustand über längere zeit beibehalten ?

    es ist ja nicht so das die politik in den letzten jahren in der frage total versagt hat. aufklärungsarbeit wurde geleistet und aussteigern geholfen,radikale gruppen wurden mit V-leuten untergraben
    alles wunderbar (auch wenn meiner meinung nach noch erhebliches verbesserungspotenzial bestände)….. wäre da nicht der nazi bei den sozis

    sorry SPD,aber das war eure schlechteste idee bis jetzt

    (ich weiss ich hab n bissl viel drumherum geschrieben aber das musste mal sein ;) )