Hochmoselübergang schadet Umwelt und Wirtschaft

Gigantische und fragwürdige Bauvorhaben gibt es nicht nur in Suttgart. Auch in Rheinland-Pfalz soll mit dem Hochmoselübergang ein Bauwerk – so hoch wie der Kölner Dom – verwirklicht werden, das nicht nur teuer ist, sondern nach Meinung der Gegner den eigentlichen Zweck verfehlt. Zudem müssen die betroffenen Menschen an der Mosel mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Die ursprünglichen Pläne stammen vor dem Hintergrund des Kalten Krieges bereits aus den 1960er Jahren. Dr Elisabeth Reis von der Bürgerinitiative Pro Mosel, die sich „für den Erhalt des Mittelmoseltal“ einsetzt und eine Alternativ-Lösung vorstellt, hat uns einige Fragen beantwortet. Dabei erläutert sie die Faktenlage aus der Sicht der Gegner, berichtet von den Protesten gegen das Projekt im Lichte des Wahlkampfes und wagt einen Ausblick für die Zeit nach dem 27. März.

Dr. Elisabeth Reis (Bürgerinitiative "Pro Mosel")Der Bund stellt 250 Millionen Euro für den Teilabschnitt des Hochmoselübergangs, in dem die Brücke liegt, zur Verfügung. Ein „Geschenk“, über das sich in der Region offenbar niemand so recht freuen kann. Können Sie kurz erläutern, woran das liegt?

Dr. Reis: Die Brücke – breit, hübsch und leise wie eine Autobahn, hoch wie der Kölner Dom und 1.700 m lang – ist überflüssig, weil sie gemessen an ihrer Dimension fast leer bliebe. Die so genannte Hochmoselbrücke wäre Teil einer Trasse, des so genannten „Hochmoselübergangs“ oder B50neu, die in Kalten-Krieg-Zeiten der 60er als Truppenaufmarschstraße geplant wurde.
Heute würde sie für die zivile Nutzung zu wenig nützen, aber viel schädigen. Experten sind sich einig, dass die Kraftfahrtstraße ökologisch schwerwiegend ins natürliche Gleichgewicht eingreift und die Landschaft technisch überprägen würde. Das beeinflusst zwei existenzsichernde Standbeine der Mittelmosel: Den Wein und den Tourismus.

Wozu soll denn die Straße dienen? Und wieso „fast leer“?

Dr. Reis: Die 25 Kilometer lange, meist vierspurige Strecke, soll laut Land eine Lücke zwischen den westlichen Nordseehäfen und dem Rhein-Main-Gebiet sowie zwischen innerdeutschen Regionen schließen. Tatsächlich wäre sie dafür inzwischen ein zeitraubender und unattraktiver Umweg. Von Antwerpen nach Frankfurt zum Beispiel würden PKW fast eine halbe Stunde länger brauchen, auch für Trier nach Mainz gäbe es keine Vorteile.
Der regionale Transit zwischen Eifel und Hunsrück hingegen würde etwa 10 Minuten bringen. Wegen der dünnen Besiedlung betrifft das aber nur wenige Menschen. Autobahnmaße sind da heillos übertrieben. Es gibt viele Brücken und Straßen im Tal, die wenig befahren sind. Zwar gibt es punktuell und saisonal mehr Verkehr, zum Beispiel durch Touristen oder auch dadurch, dass wenige LKW einen Berg hoch müssen, aber dafür gibt es minimalinvasive Problemlösungen. Sie sind bereits durchgeplant, waren schon genehmigt und sind sogar teils schon gebaut.
Laut Bund würden 13.000 Kfz pro Tag die Querung nutzen. Brücken dieser Breite nehmen üblicherweise 50.000- bis 60.000, in Spitzenzeiten bis zu 90.000 Kfz pro Werktag auf. Kurz: Für Europa und den innerdeutschen Verkehr zwischen den Ballungszentren wäre die B50neu unattraktiv und für die Region wäre sie übertrieben.

Protest während des geplanten Spatenstichs im April 2009
Proteste während des geplanten Spatenstichs im April 2009 (Bildquelle: b50neu.de)

Zusammengefasst gibt es also für den Straßenverkehr keine echten Vorteile und vor Ort werden die Menschen unter dieser Brücke zu leiden haben. Trotzdem muss es doch irgendwo Nutznießer geben. Haben Sie da eine Vermutung?

Dr. Reis: Wir wissen, dass die Metallindustrie großzügige Parteispenden verteilt und wir wissen, dass die Brücke viel Metall in Form von Stahl enthält. Wahrscheinlich bräuchten wir aber ein Duzend Detektive, um die Profiteure zu ermitteln. Wer Lust hat, einen zu bezahlen, soll sich ruhig bei mir melden ;-)

Wie hoch schätzen Sie die Gesamtkosten ein?

Die Gesamtkosten des Hochmoselübergang werden mit 330 Millionen Euro angegeben. Da die Brücke aber schon wieder mit 20,5 Millionen mehr veranschlagt wurde, als bei der letzten Kostenaktualisierung des Gesamtprojekts, gehen wir davon aus, dass es schon mindestens 350 Millionen sind. Jetzt ist der Brückenbau an einer Stelle geplant, die tektonisch unwidersprochen die instabilste Stelle der gesamten Mittelmosel ist. Das eine Moselufer stellt sich auf allen Karten geologisch hoch problematisch dar, während das andere relativ stabil daherkommt. Probebohrungen sollen ergeben haben, dass selbst in 50 Metern Tiefe noch kein Halt gefunden wurde. Die Pfeilergründung wird also recht spannend und man könnte vielleicht statt Beton gleich Geldscheine in den Weinbergsboden laufen lassen. Die Trasse führt über höchst abrutschgefährdete Hänge, die wegen ihres hohen Gefahrenpotentials prioritär vom Landesamtes für Geologie und Bergbau untersucht und ganz vorne auf deren Webseite präsentiert wird. Es wäre unseriös, wenn ich eine Kostenprognose abgeben wollte. Dass wir aber ein Cocktail für ein hohes Kostenexplosionsrisiko serviert bekommen, ist einleuchtend, völlig unabhängig davon, dass es kaum ein öffentliches Bauprojekt gibt, was im Kostenrahmen bleibt. Auch die mit dem Brückenbau beauftragte Firma Eiffel, hat bei anderen Projekten demonstriert, dass sie erheblich aus dem Kostenrahmen fallen kann und leider hat es unter deren Bauleitung auch schon Tote gegeben. Ich habe bei den Bedingungen, die wir hier vorfinden, auch Angst.

Gebaut wird ja schon offiziell seit April 2009. Wurden Sie als betroffene Bürger im Vorfeld in irgendeiner Form an den Planungen für den Hochmoselübergang beteiligt und wie hat man gegebenenfalls auf Ihre Bedenken reagiert?

Ministerpräsident Kurt Beck empfangen von einem Pfeiffkonzert und Protestplakaten
Ministerpräsident Kurt Beck empfangen von einem Pfeiffkonzert (Bildquelle: b50neu.de)

Dr. Reis: Die Proteste laufen seit mindestens 1978. 1980 war die erste Traktordemo. Verschiedene Gerichte haben sich mit über 2300 Einwendungen und Klagen befasst. Insbesondere der BUND hatte geklagt und es sah lange sehr gut aus, dass der Bau verhindert werden kann. Die hauptsächlich betroffene Gemeinde Zeltingen-Rachtig hat ihre Klage aus Sorge um die Gemeindefinanzen zurückgezogen. Sie habe kaum eine Chance und solle sich lieber das Geld sparen. Die bis dahin angelaufenen Klagekosten wurden ihr im Gegenzug vom Land erstattet. Bei den Anhörungen wurden die Menschen eher abgekanzelt als ernst genommen. Ohne Spitzenanwalt braucht man da erst gar nicht zu erscheinen, berichten Zeitzeugen. Die Verfahren waren eine Farce. Von Unregelmäßigkeiten wurde mir außerdem noch berichtet.
Unser Klagerecht ist außerdem sehr eingeschränkt. Die Sinnhaftigkeit einer Maßnahme wird nicht gerichtlich geklärt. Auch gegen Steuergeldverschwendung kann man sich gerichtlich nicht wehren. Nur unmittelbar in ihrer Existenz betroffene Menschen dürfen klagen und der BUND nur in Umweltfragen. Die „Mopsfledermaus“ musste dann herhalten und wurde, dank ihres Namens, zum Gespött vieler konservativer Politiker.
Die Unabhängigkeit der Justiz in Rheinland-Pfalz darf ja seit dem Fall „Bamberger“ inzwischen auch offiziell in Frage gestellt werden. Den Eindruck einer unabhängigen Justiz hatte in dem Verfahren keiner.
Eine echte Bürgerbeteiligung hat es nach meinen Recherchen nie gegeben. Das Ergebnis hätte dann auch anders ausgesehen. In Zeltingen wurden beispielsweise eine Umfrage gestartet: 80 Prozent der Bürger waren 2000 gegen die Hochmoselbrücke, 20 Prozent mit Änderungen dafür.

Gibt es aktuell noch vor Ort regelmäßige Proteste?

Dr. Reis: Im vergangenen Jahr gab es regelmäßige Sonntagsdemonstrationen. Wegen der
bevorstehenden Wahlen haben wir uns entschlossen, jetzt unsere Präsenz gezielter auf Wahlkampfveranstaltungen und Politikerbesuche zu konzentrieren. So wurde die Einweihung des Steillagenzentrums der rheinland-pfälzische Weinbau- und Verkehrsminister Hering, umrahmt von einer Traktordemo, mit einem zweifelhaften Pokal ausgezeichnet: Dem „Hypokrit des Jahres“, die CDU-Spitzenkandidatin Klöckner und unsere Kanzlerin Frau Merkel wurden genauso mit Transparenten und Sprüchen empfangen wie der Ministerpräsident Beck. Wir organisieren Podiumsdiskussionen und laden zu Fachvorträgen ein. Auf der BUVKO, dem Bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongress gewannen mit unserem Argumenten viele Unterstützer. Am 19.3. gab es eine Demonstration vor der Porta Nigra.
Am 15.3. habe ich eine öffentliche Petition im Landtag eingereicht und ich gehe davon aus, dass sie unter: www.derbuergerbeauftragte.rlp.de zur Mitzeichnung freigeschaltet wird.

Wer nimmt an den Protesten teil? Sind es bestimmte Bevölkerungsschichten?

Dr. Reis: Unter den Protestierenden finden sich extreme „Ökos“ genauso wie ein Groß- und viele mittelständische Unternehmer, Geschäftsleute, Gastronomen, Winzer und insbesondere die für Qualität bekannten Weingüter, Künstler, Wissenschaftler, Priester, Angestellte und Beamte, Familien mit Kindern, Rentnerinnen und Rentner und Parteimitglieder von CDU, SPD, Grüne und Linke. Ganze Schulklassen, beginnend mit dem 2. Schuljahr bis hin zu Kursen in den gymnasialen Oberstufen haben die Bundespetition unterzeichnet. Derweil kommen zu den Protesten eigens Touristen zu unseren Demos, um ihre Solidarität zu zeigen. Sie helfen uns dann beim Sammeln von Unterschriften.
Manche Menschen trauen sich aber nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie haben Angst vor Konflikten. Insbesondere kleinere selbständige Betriebe riskieren auch Geschäftsschädigungen, weshalb sie uns eher im Verborgenen den Rücken stärken.

Haben Sie die Hoffnung, dass das Projekt nach der Landtagswahl, wenn die SPD wahrscheinlich nicht mehr alleine regieren kann, noch gestoppt wird? Eventuell im Rahmen einer Volksbefragung?

Dr. Reis: Wir haben noch mehrere Eisen im Feuer:

  • Die Petition im Bundestag läuft.
  • Die Wahlen stehen an und wir erwarten fruchtbare Koalitionsverhandlungen mit den Grünen.
  • Wir werden voraussichtlich eine Petition im Landtag einreichen, die übrigens auch von Nicht-Rheinland-Pfälzern unterzeichnet werden kann ;-)
  • Neue Gutachten könnten zu einer veränderten Bewertung durch die Landesregierung führen.
  • Die gesetzliche Schuldenbremse verpflichtet Bund und Land zum Sparen

In der Landespetition fordern wir, falls die Regierung nicht von sich aus die Chance nutzt, das Projekt endlich fallen zu lassen, eine öffentliche Mediation. Wenn dabei keine Einigung erzielt wird, wollen wir eine Volksbefragung. Unsere Argumente sind so logisch und klar auf der Hand liegend, dass wir uns sicher sind, sie zu gewinnen.
Mehr Bürgerbeteiligung und mehr direkte Demokratie wird auch von CDU und SPD gefordert. Dass dies ausgerechnet beim umstrittensten, größten und teuersten Bauprojekt des Landes nicht gelten soll, ist wohl niemandem vermittelbar.

Aber von den überregionalen Medien werden Sie offenbar nicht gerade verwöhnt, während beispielsweise der Protest gegen „Stuttgart 21“ bundesweit in aller Munde ist. Hätten Sie sich auch da etwas mehr erhofft oder konzentrieren Sie sich bewusst auf regionale Öffentlichkeitsarbeit?

Dr. Reis: Ich freue mich über die große Aufmerksamkeit, die Stuttgart 21 ausgelöst hat. Und ich fiebere mit, dass wir alle es schaffen, das Großprojekt zu stoppen. Die Medienpräsenz hilft uns, weil wir nicht mehr so häufig erklären müssen, dass es Mogel-Gutachten gibt, dass bei Planfeststellungsverfahren die Bürgerbeteiligung eine Farce ist und dass die Gerichte keine politischen Entscheidungen zu treffen haben.
In vielen kritischen Texten, die darüber veröffentlicht wurden, hätte man einfach Stuttgart 21 mit Hochmoselübergang ersetzen können und es wäre keinem unserer Aktiven aufgefallen, so stark sind die Parallelen.
Als das Motto „oben bleiben“ publik wurde, hatte ich die Idee, für uns „oben ohne“ als Parole auszugeben. Gut, dass mich andere überzeugt haben, das sein zu lassen. Das hätte dann später, als die Befürworter von S21 sich dieses Mottos bedienten, vielleicht zu diplomatischen Verwicklungen geführt ;-).

Nein – im Ernst: Stuttgart ist finanziell eine andere Liga und bedingt durch die gefühlte Betroffenheit einer ganzen Großstadt, in der auch eine Uni und die Landeshauptstadt angesiedelt ist, in der es Kultur einschließlich bekannter und empörter Schauspieler, Politiker, Wissenschaftler und Künstler gibt, sind die Voraussetzungen anders. Wir leben hier auf dem Land, mit meist langsamem Internet – viele nutzen es noch gar nicht oder unregelmäßig – und Trier als nächst größere Stadt liegt auch etwas peripher in Deutschland. Es muss schon was Besonderes geben, dass sich ein Reporter hier hin begibt.
Wenn wir diese Umstände berücksichtigen, haben wir ein Medienecho ausgelöst, dass es so an der Mosel meines Wissens noch nie gab. Zu besten Sendezeiten berichteten Frontal 21, Mona Lisa, der NDR mit einer Satire bei Extra3 und immer regelmäßig der SWR. Die Süddeutsche, die taz, die FAZ, Die Zeit, Der Tagesspiegel und der Spiegel berichteten genau wie eher spezialisierte Zeitschriften wie der Feinschmecker, Vinum oder die Lebensmittelzeitung. International berichteten BBC, The Financial Times, The Wall Street Journal, The Independant genauso wie türkische, finnische, belgische, französiche, luxemburgische, italienische und österreichische Medien. Da wir mit den wenigen, meist berufstätigen oder familiengebundenen Einwohnern hier aber keine Daueraction bieten können, ist es oft schwierig für die Medien, noch etwas über uns zu berichten. Während Stuttgart 600.000 Einwohner und ein dicht besiedeltes Umland hat, haben Zeltingen-Rachtig und Ürzig, die Orte zwischen denen die Brücke verlaufen soll, zusammen gut 3000 Einwohner.
Unter Berücksichtigung unserer Bedingungen haben wir eine tolle Resonanz, national wie international. Probleme macht uns die regionale, monopolistische Presselandschaft, die allerdings durch kostenfreie Wochenblätter ein wenig relativiert wird. Über die Bundespetition wussten viele Bonner besser Bescheid als Menschen in meinem Heimatort. Wir konzentrieren uns nicht speziell auf eine Art der Öffentlichkeitsabeit, obwohl viele von uns inzwischen meinen, wir sollten die regionale Tagespresse gar nicht mehr informieren, da sie sowieso aus welchem Grund auch immer, einseitig berichten würde. Wir versuchen, im Rahmen unser freizeitlichen Möglichkeiten, einfach und schlicht unsere Botschaft zu verbreiten.

Wie kam Ihre persönliche Entscheidung zustande, sich für den Protest gegen den Hochmoselübergang zu engagieren? Gab es da einen bestimmten Anlass? Ich vermute mal, dass das kein einfacher Entschluss war, weil man ja bestimmt auch sehr viel Freizeit opfern muss?

Dr. Reis: Als ich 1996 wieder in meine Heimat zog, war der Hochmoselübergang hier kein Thema. Niemand dachte ernsthaft, dass das Koloss noch gebaut würde. Dann aber meldeten die Medien irgendwann einmal, dass die Gerichte wieder damit befasst sind. Es sah aber ganz gut aus, so dass ich nicht beunruhigt war. Ich dachte, das Ding wird gekippt, zumal es auch noch privat finanziert werden sollte. Jedem hier war klar, dass sich kein privater Investor findet. Als dann schließlich der Planfeststellungsbeschluss doch juristisch durchging, war das aus meiner Sicht nicht so dramatisch. Im Bundesverkehrswegeplan stand ja, das Projekt unter dem Vorbehalt der Privatfinanzierung. Das Problem begann, als mit der Wirtschaftskrise der öffentliche Geldsack hier ausgeschüttet wurde und der Ex-Verkehrsminister Tiefensee Finanzzusagen gab. Der Moselzombie erhob sich aus dem sicher geglaubten Grab. Das Aufwachen, Reiben der Augen und Aufsetzen der Brille, um sich einmal ernsthaft mit dem Thema zu befassen, dauerte ein wenig und war auch von „Störmanövern“ des Alltags begleitet. Als alleinerziehende, berufstätige Mutter hatte ich nie wirklich Zeit. Als ich bei der Faktenrecherche merkte, dass diese ganze Umweltzerstörung auch wirtschaftlich und verkehrlich nichts bringt, sondern schadet, lief bei mir das Fass über. Bis dahin dachte ich noch, das es wohl eine echte Verkehrswirkung hätte und vielleicht auch einen gewissen Sinn macht. Tja, dann ging ich zur ersten Demo und war schnell mittendrin.

Wir danken Dr. Elisabeth Reis für das Gespräch. Die Fragen stellte Jan Knöttig. Die Fotos wurden uns mit freundlicher Genehmigung der Initiative Pro Mosel für dieses Interview zur Verfügung gestellt.

von Jan am mit 11 Kommentaren

11 Responses to “Hochmoselübergang schadet Umwelt und Wirtschaft”

  1. Mulder
    19:30 am 26. März 2011

    Jetzt muss ich auch mal was schreiben…..Mich stört an dieser ganzen Diskussion, die jetzt schon eine Zeitlang verfolge dass:
    -Pro Mosel gerne die Brücke so darstellt als wäre sie von den Politikern aufgezwungen wurde….dies ist eine pure Lüge….wenn ich mir den tweets von pro mosel durchlese bekomme ich das kalte grausen….alleine die sprache die da an den tag gelegt wird….
    – die brücke wurde in einem rechtstaatlichen system , einer demokratie, nicht wie pro mosel das immer darstellt =bannanenrepublik, beschlossen….
    Alle politiker wurden demokratisch gewählt. Ich finde es unverschämt dass dieses projekt schon seit jahrzehnten torpediert und dadurch verzögert wird….
    Ok das gehört eben zur demokratie dazu, aber alle gerichtlichen verfahren wurden für die Brücke entschieden, irgendwann sollte man auch mal einsehen das ein beschlossenes projekt seine rechtmässigkeit hat….

    -nur schade das spd und cdu für die brücke sind und die grünen wohl nicht alleinige regierungspartei im landtag werden…. Wie geht’s denn dann weiter pro mosel?

    Ausserdem stört mich ganz massiv der imageschaden der durch die ganze pressearbeit von pro mosel und co ausgelöst wurde…. Der ist nämlich grösser als es die brücke jemals hätte tun können….zahlt pro mosel auch dafür???
    Wer den imageschaden (jetzt schon ) ausbaden darf sind die menschen in der region, die täglich mit gästen zu tun haben! Danke für einen scherbenhaufen pro mosel!!!

    Ehrlich gesagt erwarte ich jetzt von pro mosel und frau reiss die sich ja bei twitter und auch sonst gerne in den vordergrund stellt keine richtige antwort…nur wieder irgendwelche behauptungen, verschwörungstheorien usw…. Mag ja sein, das sie hier in der region lebt und sich auch um die mosel sorgt, was aber die bewohner wollen ist ja scheinbar sowieso wurscht….denn das ist ja sowieso alles nur eine grosse verschwörung….

  2. Georg Laska
    21:15 am 26. März 2011

    Dieses Gespräch beleuchtet das Thema Hochmoselbrücke sehr umfassend in allen Aspekten.
    Wer es sich einfach machen will und einfach drauflos bauen will, mag sich daran stören, doch das Thema ist nun einmal facettenreich, die Auswirkungen des geplanten Baus weit verzweigt.
    Die Fakten sprechen im übrigen eine eigene Sprache: 30 Jahre erbitterter Protest zeugen davon, dass hier etwas nicht stimmen kann. Internationales Entsetzen aus verschiedenen Kontinenten sind darüber hinaus ein deutliches Warnsignal.
    Wenn selbst die CDU-Spitzenkandidatin eingesteht, dass demokratische Regeln, sprich Bürgerbeteiligung, in diesem Falle nicht zufriedenstellend eingehalten wurden, kann es eigentlich kein ‚Weiter So“ geben. Die Basta-Politik sollte nun endlich der Vergangenheit angehören.
    Ein paar ‚Kunstfehler‘ am Rande: Das Problem der Wasserversorgung weltberühmter Weinlagen wurde ‚vergessen‘, die zu erwartenden Schäden für die an der Mosel so bedeutende Tourismusbranche lassen sich bis heute nicht seriös beziffern, weil das vor 10 Jahren (!) vorgelegte Gutachten wertlos war.
    Wir Deutschen rühmen uns gelegentlich wegen unserer Gründlichkeit; hier beim Hochmoselübergang haben wir in dieser Hinsicht noch einiges nachzuholen – bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist!

  3. Mulder
    10:08 am 27. März 2011

    Ja der Fall ist sehr facettenreich:Fakt ist auch das der Ürziger Gemeinderat vor 30 Jahren in Mainz dafür demonstriert hat, dass die Brücke zwischen Ürzig und Zeltingen gebaut wird….
    Und ein weiterer Fakt ist, dass der „erbitterter“ Kampf gegen die Brücke so erbittert nun doch nicht war und man jahrelang drauf baute, dass das ding eh nicht gebaut wird…..
    Übrigens ein Schelm der denkt, dass bestimmte Winzer im Ausland Ihren Protest gegen die Brücke genutzt hätten um für Ihre Weine Werbung zu machen…..

    alle weiteren Pro und Contra Argumente kann man sich auch mal durchlesen, wenn man auf folgende webseite geht:

    http://www.captaincork.com/Weinleute/Moselbruecke-Neue-Rodungen-und-alte-Freunde

  4. Wilfried
    14:54 am 27. März 2011

    Schoon interessanr, was ein Schreiber Milder da von sich gibt. Anscheind ist er nicht von der Mosel, sonst würde er anders denken. Wie kommt man von der Mosel auf die Strasse? Mit einem Aufzug? Also hat die Mosel doch nichts davon. Weiter gibt es am Gracher Berg eine ganz gefährlichen Rutschhang. Hier verläuft die Trasse etwas 70 Meter von der Rutschkante entfernt. Nach Aushub der Graacher Schanzen ist der Berg unterhalb der Schanzen in Bewegung. Ist Schreiber Mulder eigentlich darüber informiert? Wenn es dann stark rutscht, dann sagt er so wie viele andere: damit konnten wir nicht rechnen. Aber es sind alles hoch qualifizierte Menschen am Werk, die aber nicht wissen wie die Reaktion des Erdreichs ist. man sieht es in Japan.

  5. Mulder
    00:09 am 28. März 2011

    ich wohne seit 45 jahren an der mosel und bin hier geboren….und komischerweise kenn ich nur leute auch aus wehlen, graach , ürzig usw. die für die brücke sind und das was die brückengegener da so auspacken um contraargumente gegen die brücke anzuführen als totalen unfug abtun , so gehört letzte woche als das contra argument …verhärtung des bodens durch strassensalz …..

    ganz ehrlich die mosel bzw das pojekt mit japan zu vergleichen find ich ziemlich unethisch…..

  6. Mulder
    00:15 am 28. März 2011

    „Wie kommt man von der Mosel auf die Strasse? Mit einem Aufzug?“
    ähhhhh bitte ??

    ich wohne seit 45 jahren an der mosel und bin hier geboren….und komischerweise kenn ich nur leute auch aus wehlen, graach , ürzig usw. die für die brücke sind und das was die brückengegener da so auspacken um contraargumente gegen die brücke anzuführen als totalen unfug abtun , so gehört letzte woche als das contra argument …verhärtung des bodens durch strassensalz …..

    achso die leute die ich aus den direkt betroffen ortschaften kenne sind meist zumal selbst Winzer oder Gastronomen …….

    übrigens auch ein netter punkt:
    als damals die Flächen ausgewiesen wurden, hat sich so manch ein Winzer ein goldenes Nässchen verdient als die entsprechenden Parzellen zu hohen Summen dem Staat zugefallen sind, da hatte sich keiner gegen gewährt….

    ganz ehrlich die mosel bzw das pojekt mit japan zu vergleichen find ich ziemlich unethisch…..

  7. Jan
    01:23 am 2. April 2011

    Wer möchte, kann bis zum 09.05. diese Petition der Initiative „Pro Mosel“ unterstützen. Auch wer nicht aus Rehinland-Pfalz kommt, kann offenbar mitmachen.

  8. “Wir konnten uns nicht durchsetzen” - politikblog.org
    00:58 am 4. Mai 2011

    […] auch das “Stuttgart 21 von Rheinland Pfalz” genannt – Schwerpunkt in einem Interview bei politikblog.org war, richtet sich darauf natürlich ein besonderes Augenmerk. Für die Brücken-Gegner […]

  9. Hochmoselübergang: Grüne brechen Wahlversprechen - politikblog.org
    20:46 am 8. Mai 2011

    […] von der Bürgerinitiative Pro Mosel, die sich gegen den Hochmoselübergang ausspricht, im Interview mit politikblog.org. Aus “fruchtbar” wurde am Ende “furchtbar”, jedenfalls aus Sicht der […]

  10. TOPAIR
    14:55 am 18. August 2011

    Ich habe ein großes Problem mit den dummen Kommentaren: Immer ist eine Lobby da, die Millionen dafür ausgibt, (Stahl verkaufen etc.) Der Hochmoselübergang ist 1. rechststaatlich mehrfach beklagt worden, weil die BRD Fehler gemacht hatte auch neu verhandelt worden. Da die Amerikaner, die angeblich die Brücke gewollt haben als Transportweg für irgendwelche Waffen( Was das sein soll wird natürlich nicht aufgeführt) nun nicht mehr da sind, aber die Klagen später verhandelt wurden, ist dieser Punkt dummes Zeug. Sowohl Spandalem, oder auch Hahn hatten zur Zeit des Kalten Krieges alle Möglichkeiten von den jeweiligen Sützpunkten jeden nur irgenwie erdenkliche Waffen zu transproriteren oder abzufeuern. Dabei ist Ramstein noch gar nicht erwähnt.
    Zudem sollten doch allmählich die Gegner einmal begreifen: Die Autobahn wird nicht quer über die Mosel gebaut, sondern längs.
    Alle wasserrechtlichen Punkte wurden durch den BUND versucht zu boykottieren, aber auch hier sind diese Gruppen „ich bin dagegen“ gegen die Wand gelaufen. Mopsfledermaus sei dank hat das ganze noch einmal einige Monate und etliche hundert tausend Euro gekostet, die man jetzt bejammert.
    Schade das es so viele Neinsager in Deutschland gibt. Ich bin prinipiell dagegen. Logisch Weil dagegen ist einegtlich der Name einer nNeuen Partei in Deutschland. Das Ausland lacht schon über uns, mit Recht.

  11. Hochmoselübergang schadet Umwelt und Wirtschaft | webthemen
    16:13 am 22. November 2011

    […] Das Interview erschien am 26. März 2011 im mittlerweile eingestellten Politikblog. von Jan Knöttig am 26. März 2011 mit Keinen […]