Atom-PR, Uranabbau und Panzerlierferungen: Die Presseschau vom 05. Juli 2011

Wer glaubt, dass knapp vier Monate nach Fukushima und dem neuerlichen „Atomkonsens“ in Deutschland, das Thema „Atomkraft“ abgehakt werden könne, irrt. Gleich vier Beiträge beschäftigen sich mit dieser Industrie, angefangen beim gefährlichen Uranabbau, über Laufzeitverlängerungen für das AKW Fessenheim bis hin zu einer gemeinsamen PR-Strategie von Atomkonzernen und der britischen Regierung. Außerdem: Ein gelungener Kommentar zu den geplanten Panzer-Lieferungen an Saudi-Arabien und es wird durchleuchtet, wie Politiker Staatsanwälte beeinflussen.

  • Atomkraft I: Großbritannien: Gemeinsame Atom-PR — Der Freitag – "Wir müssen sicherstellen, dass die Anti-Atom-Typen durch Fukushima nicht an Boden gewinnen. Wir müssen das Hoheit über das Thema gewinnen und halten. Wir müssen wirklich die Sicherheit der Kernenergie zeigen.“ Die britische Regierung soll Geheimansprachen mit Atomkonzernen getroffen haben, um eine gemeinsame PR-Strategie zu entwickeln.
  • Atomkraft II: Großbritannien: E.on und RWE prüfen Stopp von AKW-Neubau – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft – Es könnte sein, dass sich die ganze Atom-PR gar nicht gelohnt hat, denn der Atomausstieg in Deutschland schwappt auf Großbritannien über: "Nach dem Atomausstieg in der Bundesrepublik müssen RWE und E.on möglicherweise auch internationale Kraftwerksprojekte auf Eis legen."
  • Atomkraft III: Kraftwerk Fessenheim: Frankreichs Atomaufsicht gibt Alt-AKW noch zehn Jahre | Politik | ZEIT ONLINE – Trotz massiver Störanfälligkeit bekommt das AKW Fessenheim – 25 Kilometer von Freiburg entfernt – eine 10jährige Laufzeitverlängerung.
  • Atomkraft IV: Deutsche Atomkraftwerke: Bundesregierung verschleiert Herkunft von Uran – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft – Die schwarz-gelbe Bundesregierung verschleiert die Herkunft des für den Betrieb von Atomkraftwerken notwendigen Urans. Man beziehe den größten Teil aus Frankreich und Großbritannien.Diese beiden Länder sind jedoch nur Zwischenhändler. Der Verdacht liegt nahe, dass der Brennstoff aus Niger stammt, wo infolge des Abbaus 80.000 Menschen von radioaktiver Strahlung betroffen sind.
  • Panzerlierferungen nach Saudi-Arabien: Kommentar zum Panzer-Deal: Die Opposition empört sich zu Recht | tagesschau.de – Treffender Kommentar zu den schwarz-gelben Erwägungen, Leopard-Panzer an Saudi-Arabien zu liefern. Selbst der "nicht als Rüstungsindustrie-Verächter bekannte Helmut Kohl wehrte vor 20 Jahren eine Bestellung aus Riad ab"
  • Politische Einflussnahme auf die Justiz: Justiz: Wie Politiker Staatsanwälte unter Druck setzen – WirtschaftsWoche – Ein interessanter Artikel, der beschreibt, wie Politiker Druck auf Staatsanwälte ausüben: "Wenn dem jeweiligen Justizminister etwas nicht passt, kann er einzelne Staatsanwälte jederzeit von einem Verfahren abziehen und es einem anderen Staatsanwalt übertragen, ohne Begründung. Da Staatsanwälte bei politisch brisanten Ermittlungen oder Verfahren von öffentlichem Interesse ihre Vorgesetzten, bis hinauf zum Landesjustizminister, oft vorab über geplante Ermittlungsschritte informieren müssen, können diese sich mit ihren Ministerkollegen und Parteifreunden austauschen und jederzeit einschreiten."
von Redaktion am mit Einem Kommentar

One Response to “Atom-PR, Uranabbau und Panzerlierferungen: Die Presseschau vom 05. Juli 2011”

  1. Wohnen zwischen AKW´s | Beuzel
    12:47 am 19. Juli 2011

    […] jetzt noch mehr nach den Ereignissen in Japan. Ich hoffe daher sehr stark dass die vorzeitige Laufzeitverlängerung wieder abgeschafft wird von der Regierung. Alle Anwohner in unserem Dorf wünschen sich schon lange […]